Gelbendil

Gelbendil Wieso nur? Wieso nur hatte er Tuerius damals ziehen lassen? Der in die Jahre gekommene Krieger seufzte laut auf. Er sass im Schein der untergehenden Sonne draussen vor seinem einfachen kleinen Holzhaus, und drehte das verkratze, leere Weinglas in seinen Händen hin und her und überlegte, wie er jetzt wohl am besten vorgehen sollte. Gelbendil war keiner der sofort aufgab, sobald Probleme anstanden. Die Zeit früher in der Garde hatte ihm so einiges an Erfahrung eingebracht. Aber auch die letzten Jahre als heimatloser Krieger waren nicht einfach gewesen. Trotzdem. Die vergangenen harten Monate musste er jetzt ein für alle Mal hinter sich lassen. Er hätte diesen Brief nicht erhalten, wenn seine Fähigkeiten unbekannt geblieben wären. Er warf nochmals einen Blick auf das Schreiben das im leichten Abendwind unter seiner anderen Hand flatterte. Das offizielle Siegel prangte darauf, es schien tatsächlich authentisch und echt zu sein. Er wurde kurz abgelenkt von seinem Nachbarn Nicholas, der nebenan seit etlichen Jahren den zweiten Teil des Hauses bewohnte – er war mal wieder viel zu laut bei seinen Theater-Proben. Aber nun… nun war die Zeit gekommen einen Neuanfang zu wagen. Er erhob sich zwar etwas schwerfällig, ging dann aber zielstrebig ins Haus, und öffnete seinen Schrank, um gleich darauf das Nötigste für die Reise nach Britain einzupacken.

(geschrieben in der Nähe von Jhelom, März 2015)